Von La Rochelle an die Pyrenäen
- projektlt28
- 23. März 2022
- 4 Min. Lesezeit

Nachdem wir einige Tage in Isle de Re entspannt hatten, haben wir unsere Reise fortgesetzt. Als Weinliebhaber kommt man natürlich an Bordeaux und seiner Umgebung nicht vorbei, entsprechend war unser nächstes Ziel gesetzt und die Reise konnte beginnen. Nach ein paar Stunden fahrt haben wir einen recht neuen Stellplatz kurz vor Bordeaux gefunden und dort unsere Zelte aufgeschlagen. Eigentlich wollten wir nach der ruhigen und angenehmen Nacht direkt morgens nach Bordeaux aufbrechen, da die Sonne aber zum ersten Mal kräftig geschienen hat, haben wir uns für einen Tag im Campingstuhl entschieden, um unseren weißen deutschen Körpern etwas Bräune zu verleihen. Vielleicht bekommen wir dann in Spanien nicht direkt den "Mörder" Sonnenbrand.
Wir haben uns dann im Laufe des Tages noch Fladenbrot gebacken, das war ein Riesen Spaß inklusive großer Mehlparty im Bus. Dazu eine selbstgemachte Thunfisch-Paste, ein Traum diese leckere Mahlzeit.
Nachdem wir also einen Tag Sonne getankt haben, ging die Reise in Richtung Bordeaux tatsächlich los. Da wir nach 2 Tagen den Stellplatz räumen mussten, haben wir unseren Bus auf einen kostenlosen Park and Ride Parkplatz in der Nähe zum Bahnhof gesetellt und sind mit dem Zug in Richtung Bordeaux gefahren. Für knappe 18 Euro für Hin und Rückfahrt inklusive Hund kann man da nicht meckern, der Parkplatz fürs Womo und der Stress wären eindeutig teurer gekommen. Perfekt, wie der französische Öffi nunmal funktioniert, kam der Zug zwei Minuten zu früh und fuhr pünktlich ab. Vorbildlich.

In Bordeaux angekommen mussten wir uns erst kurz orientieren und sind dann mit der Straßenbahn zum Office de Tourisme gefahren, um uns einen Stadtplan mit den Sehenswürdigkeiten zu besorgen. Nach kurzem Plausch mit den Mitarbeitern konnten wir uns, ausgerüstet mit Stadtplan und Bordeaux Guide, in die Stadt stürzen. Die vielen prunkvollen Kirchen und Gebäude sowie den wunderschönen Stadttoren waren den Rundgang definitiv wert. Nadine hatte sich in Bordeaux etwas mehr erhofft, die Bilder im Internet waren einfach etwas "besser" als das Live dann vor Ort. Dazu ist Bordeaux eine Großstadt mit ca. 270.000 Einwohnern exklusive Einzugsgebiete und entsprechend etwas überlaufen für unseren Geschmack.
Wir sind halt voll die Landeier und so haben wir uns dann dazu entschlossen, ein Weingut in der Nähe zur Übernachtung aufzusuchen. Warum Weingut und Übernachtung? Viele Winzer schreiben einen kleinen Teil ihrer Fläche aus zur Übernachtung mit dem Wohnmobil. Und das sogar kostenlos. Die Vorteile liegen klar auf der Hand: Kundschaft mit ihrem Zuhause direkt vor der Vinothek, da kann die Weinprobe auch etwas ausufern. Da noch nicht viele Winzer offen haben, war die Auswahl eingeschränkt. Wir haben uns dann auf das Weingut "Clos Maine Gravereau" entschieden. Nachdem wir etwas Probleme mit der Orientierung hatten auf dem großen Weingut, konnten wir schließlich das richtige Gebäude finden.

Wir durften unser Wohnmobil beliebig abstellen, der richtige Platz war schnell gefunden und Eddy hat sogar auf dem Hof eine neue Freundin gefunden. Nachdem die zwei genug rumgetollt hatten, wurden wir noch zu einer exklusiven Weinprobe eingeladen (aus Mangel an Gästen war sie exklusiv für uns). Der Winzer selbst konnte nur ein paar Brocken Englisch, wir können uns auf französisch nur bedanken, begrüßen, vorstellen und verabschieden, das kann ja nur lustig werden. Mit Händen und Füßen und mit Hilfe der sehr guten iPhone Übersetzung konnten wir uns doch genügend unterhalten und hatten sehr viel Spaß mit unglaublich gutem Wein. Das Weingut besteht seit 1680 und ist seit jeher in Familienhand. Im Jahr werden so an die 75000 Liter Wein hergestellt und selbst vermarktet. Spezialitäten sind die Rotweine, wir als "Blanc" oder "Rose" Trinker haben uns dann eher für diese Sorten interessiert. Der Wein war vorzüglich, und so haben wir uns darauf verständigt, je 3 Flaschen vom Rose sowie 3 Flaschen vom Blanc zu kaufen, aus Platzmangel konnten wir leider nur 6 Flaschen mitnehmen. So haben wir günstig übernachtet und unsere mittlerweile knapp gewordenen Weinvorräte konnten wir auch wieder auffüllen.

Am nächsten Morgen ging die Reise dann in Richtung größte Wanderdüne Europas los. Die "Dune du Pilat" ist eine in Hauptzeiten sehr gut besuchte Attraktion. Zu sehen war dies auch wieder an den Parkplätzen mit ähnlichen Ausmaßen wie am Mont-Saint-Michel. Etwa 2 Millionen Touristen besuchen die Düne jährlich, an diesem sonnigen Mittwoch mit 21 Grad waren es allerdings nur eine Handvoll Menschen, die sich hierher verirrt hatten. Darunter auch einige Deutsche. Nachdem wir mühevoll die 102 Meter hohe Düne erklommen hatten, durften wir als Belohnung ein wundervolles Panorama betrachten. Einfach ein atemberaubendes "Schäufelchen" Sand, das die Natur uns da hingeworfen hat. Vor Ort ist alles super ausgebaut, große Campingplätze säumen die wunderschöne Küste. Wer also dort ein paar Tage mehr verbringen möchte ist dort bestens aufgehoben. Nachdem einige Stellplätze durch Schausteller eines Jahrmarkts besetzt waren, sind wir nach Durchfahrt der "Bonzen" Promenade an einem schönen Stellplatz angekommen. Die Blicke der scheinbar wohlhabenderen Menschen über unser kurioses Gefährt waren unbezahlbar. Am Stellplatz selbst das übliche Bild. Kaum angekommen, werden sämtliche Rollos zugezogen, die Satelliten-Schüssel dreht ihre Runden und alle Steckdosen am Stellplatz natürlich belegt. E-Bike und co wollen schließlich geladen werden. Nach einem wundervollen Essen sind wir dann noch duschen gegangen und haben uns den restlichen Wein von gestern eingegossen. Eddy schläft wie immer wie ein Baby auf seinem Plätzchen.




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