Der Besuch der Felseninsel
- projektlt28
- 16. März 2022
- 3 Min. Lesezeit
Nachdem uns der Wecker schrill um 7 aus dem Bett geworfen hatte, haben wir uns unsere Wanderstiefel umgeschnallt und haben den Weg in Richtung Mont-Saint-Michel auf uns genommen. Vom Stellplatz bis zum Kloster sind es 7 km in einfacher Strecke, immer schön gerade am Kanal entlang, perfekt um die neuen Wanderschuhe einzulaufen.
Dieses unglaublich spektakuläre Bauwerk mit einem alter von über 1000 Jahren ist hier in der Region ein beliebtes Ziel für Touristen. Zirka 3 Millionen Menschen besichtigen diese Festung jedes Jahr. Für mehr Infos habt ihr hier den Link dazu.

Nach ca. 2 Stunden Fußmarsch sind wir dann am Kloster angekommen. Wir haben bewusst auf den Shuttlebus verzichtet und sind die Brücke entlang bis zum Haupttor gelaufen. Nach dem Fußmarsch waren wir bestens aufgewärmt und haben die Festung wie im Nu erklommen, immer von Möwen und einigen Frühaufstehern verfolgt. Auf dem Weg zum eigentlichen Highlight sind wir noch über ein Museum zu den Kerkeranlagen gestolpert, die Fotos außen waren vielversprechend, der Preis für das Museum allerdings beim besten willen nicht gerechtfertigt. Neben einigen interessanten Exponaten wurden mit alten abgehalfterten Puppen und Kostümen diverse Szenen nachgespielt, einfach Grauenhaft. Oder um es mit Nadine ihren Worten zu sagen "davon werde ich Träumen". Die jeweiligen Schilder waren aber doch voller Informationen, so konnte man wenigstens etwas über die verschiedenen Nutzungsarten der Felseninsel lernen.
Vom Kloster zur Festung, danach zum Gefängnis vor allem für politische Gefangene und anschließend zur touristischen Attraktion inklusive Kloster. Welch ein Werdegang.

Nachdem wir das Museum nach 7 Minuten durchlaufen waren, sind wir dann zum eigentlichen Highlight durchgestoßen. Dort wurden wir allerdings jäh enttäuscht, die Tickets wurden nur Online vergeben. Um 12 Uhr bemerkten wir, dass die nächsten Online Tickets erst um 16 Uhr vergeben werden. Wir haben uns dann dazu entschlossen, in dem kleinen Städtchen am Fuße der Insel noch einen Snack zu essen und dann die Wanderung nach Hause anzutreten. Das Städtchen enthält wunderbare Altbauten, diese sind natürlich gefüllt mit tollen "Touristenläden".
Nach weiteren 2 Stunden Fußmarsch haben wir dann unseren Bus zusammengeräumt und sind mit Sack und Pack in Richtung Hauptparkplatz von Mont-Saint-Michel gefahren und haben dort geparkt. (Eddy war übrigens beleidigt, er musste den ganzen Tag schlafen)
Parkplätze in der Größenordnung des Europaparks lassen erahnen, welche Menschenmassen sich dort durch die kleinen Gassen des Klosters im Sommer schieben... Grauenhaft...

Wir sind dann aufgrund unserer müden Füße mit dem Shuttlebus gefahren und haben den Berg erneut erklommen. Mit schmerzenden Oberschenkeln haben wir die letzten Treppen bewältigt und uns auf deutsch unser leiden zugerufen, als plötzlich auf deutsch aus einem anderen Eck gespottet wurde. Ein Österreicher war mindestens so froh wie wir, sich endlich mit ähnlich sprechenden Menschen unterhalten zu können. Wir haben uns kurz ausgetauscht über seine und unsere Pläne. Ein netter Mensch, der auch schon eine Europatour hinter sich gebracht hatte, allerdings in 2 Wochen. Sportliches Tempo.
Nach diesem netten plausch ging die Tour durch die schönen Ecken des Mont-Saint-Michel auch schon los. Natürlich im Wahn haben wir nicht richtig drüber nachgedacht das der Tourführer nur Französisch sprechen wird und haben noch groß gesagt wir brauchen kein Audioguide. Somit haben wir mit den Augen mehr wahrgenommen. Erschlagen von Türmen, Fenstern, Möwen und unendlichen Ecken und Winkeln standen wir mit offenem Mund mitten drin. Die Aussicht war so atemberaubend, dass das französische "Geschnatter" im Hintergrund gekonnt ignoriert wurde.
Wir haben die ganze Tour das Kloster auf uns wirken lassen und ja, die 11.- Euro Eintritt haben sich wirklich gelohnt. Jeder Raum hatte etwas anderes Atemberaubendes. In manchen hat man sich plötzlich im Kamin wieder gefunden, diese sind so groß das sie garnicht auffallen, Tim konnte sich locker reinstellen, in anderen hätte ein Tisch mit 4 Personen unter dem Kamin platz gehabt. Nadine war schwer beschäftigt, möglichst viel mit der Kamera festzuhalten ohne die anderen Besucher zu stören - leichter gesagt als getan. Für viele Aufnahmen musste Nadine ihr Stativ aufbauen, die Einstellungen für solche Bilder dauern entsprechend länger. Aufgrund der engen Taktung der Gruppen hat man generell Besucher im Bild, die man da aber nicht möchte. So hat man meist nur ein paar Minuten Zeit, das Bild zu schießen, nämlich dann wenn eine Gruppe den Raum verlässt. Bei uns waren aber 2 Gruppen mit einer Minute abstand, nicht zu schaffen also. Nachdem die eine Gruppe den Raum gerade verließ, hat der Guide der nächsten Gruppe die Situation erkannt und diese gekonnt aus dem Weg bugsiert.

Das Kloster ist so einzigartig und bezaubernd das man es einfach gesehen haben muss. Die restlichen Museen kann man ohne schlechtes gewissen ignorieren und sich lieber die Zeit nehmen für all die anderen Details.
Zum Schluss standen dann doch 18,5 km auf unseren Schrittzählern und die Füße haben etwas geschmerzt. Aber die schönen Bilder waren es definitiv Wert!
Übrigens, bis 25 ist das ganze Thema Kultur und Museum (wie so vieles in Frankreich) für europäische Staatsbürger UMSONST! In diesem Fall der Besuch im Kloster.




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